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Radeln nach Zahlen in der Stadt Burg ist freigegeben

Vollständige Aufstellung der Beschilderung ist erfolgt

Stefanie Deckert und Maximilian Steib (Stadtverwaltung) © Stadt Burg

Es ist geschafft! In der Stadt Burg und den Ortschaften wurden 108 Pfosten, 16 große und 32 kleine Informationstafeln und 894 verschiedene Wegweiser für eine dauerhafte Radwegweisung „Radeln nach Zahlen“ erfolgreich aufgestellt. Zur Umsetzung eines Radweges-Netzplanes (Knotenpunktbezogene Wegweisung - auch „Radeln nach Zahlen“ genannt) im Landkreis Jerichower Land und in der Stadt Zerbst/Anhalt hatten sich dafür insgesamt sechs Kommunen im Jahr 2020 durch eine Kooperation zusammengeschlossen. Diese bestand im Jerichower Land aus den Gemeinden: Burg, Möser, Biederitz, Gommern und Möckern sowie aus dem Landkreis Anhalt- Bitterfeld aus der Stadt Zerbst/Anhalt.

In einer ersten Projektphase wurde im Oktober 2022 dazu in Biederitz durch die beteiligten Gemeinden die fertiggestellte Netzplanung veröffentlicht und somit die erste Projektphase abgeschlossen (siehe Pressemitteilung Nummer 2022-50 dazu vom 05.12.2022).

In der zweiten Projektphase hat die Stadt Burg hat die Lücke, zwischen den bereits ausgeschilderten Nachbargemeinden Möser und Möckern nun geschlossen. Hierfür (Herstellung und Montage der Beschilderung) gab es im Juli 2025 eine öffentliche Ausschreibung. Die Auftragserteilung hatte die Firma Nowka + Forster aus Müllrose (Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg) erhalten. Sie sind bereits erfahren in diesem Gebiet, denn die Firma hat auch in der Gemeinde Möser die Beschilderung vorgenommen. Das Vorhaben wird im Rahmen des GAP-Strategieplans für die Bundesrepublik Deutschland für die Förderperiode 2023 bis 2027 und nach den Regularien des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), Intervention LEADER aus Mitteln der Europäischen Union und Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Der ELER beteiligt sich mit bis zu 80 % an den öffentlichen Ausgaben.

Philipp Stark, Bürgermeister der Stadt Burg dazu: „Der Aktiv- bzw. Fahrradtourismus ist, besonders durch den Elberadweg, ein stetig zunehmender Tourismusfaktor. Die knotenpunktbezogene Radwegweisung ist eine sinnvolle Ergänzung, um vorhandene und neue Touristengruppen in der Stadt und Region für einen längeren Aufenthalt zu begeistern“.

Passende Fahrradkarten als Abrissblock sowie als Faltkarten mit Routenempfehlungen sind kostenfrei in der Tourist-Information Burg (Adresse: Kirchhofstraße 11, 39288 Burg, Telefon: 03921 6369290, E-Mail: info@touristinfo-burg.de) erhältlich.

So funktioniert das Radeln nach Zahlen

Radfahrer entdecken auf abwechslungsreichen Radrouten interessante Städte, urige Dörfer, beeindruckende Sehenswürdigkeiten sowie malerische Landschaften. Dafür wurden regionale und überregionale Radstrecken mittels nummerierter Knotenpunkte ausgeschildert und miteinander verbunden. Diesen erkennen Radfahrer vor Ort deutlich und sichtbar in roter Farbe angebracht auf dem Wegweiser. An jedem Kreuzungspunkt sind Zielwegweisungen mit Kilometerangaben zu den nächstliegenden Kreuzungspunkten zu finden. Hier ist auch der nächste Knotenpunkt ersichtlich. Ebenso geben Übersichtstafeln an jedem Kreuzungspunkt Hinweise zur Orientierung. Mit der individuellen Kombination von Nummern stellen sich Radfahrer also ihre Radroute eigenständig zusammen.

Zielgruppen sind neben den Einwohnern, welche von der touristischen Aufwertung profitieren vor allem Tagestouristen sowie Übernachtungsgäste aus der Region sowie von auswärts.

Ausgangssituation Radwegeleitsystem

Der Radverkehr nimmt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zu. Insbesondere im Osten Sachsen-Anhalts hat er sich zu einer der wichtigsten Säulen im Aktivtourismus entwickelt. Fünf überregionale Radwege können verzeichnet werden, zu diesen gehören der Elberadweg, der Altmarkrundkurs, der Telegraphenradweg, der Elbe-Havel-Radweg und der Europaradweg. Der Radwanderer wird durch ein attraktives Streckenangebot in die entsprechenden Regionen gelockt und steuert meist ein bis zwei Etappenziele mit Übernachtung entlang der überregionalen Radfernwege an. Hier liegt allerdings nicht das einzige Potential für die Region. Nach der ADFC Radreiseanalyse 2020 entscheiden sich etwas mehr als ein Viertel der Radreisenden für ein festes Quartier und Unternehmen von dort aus Sternrouten. So zeigte sich in den letzten Jahren ein erhebliches Interesse am Radausflugsverkehr sowie dem Regioradverkehr. Gerade die zuletzt genannte Radfahrergruppe erwartet ein abwechslungsreiches, individuelles und qualitativ hochwertiges Angebot. Unter diesen Voraussetzungen sind Besucher gern geneigt, ihren Aufenthalt in der Region zu verlängern und somit zur Steigerung der Wertschöpfungskette touristischer Anbieter beizutragen. Daher gewinnen die regionalen Routen neben den überregionalen Strecken immer mehr an Bedeutung.

Hintergrund Radwegeleitsystem

Die knotenpunktbezogene Wegweisung wurde 1995 im belgischen Limburg entwickelt und hat sich in den letzten 20 Jahren grenzüberschreitend in den Niederlanden und flächendeckend in Deutschland ausgedehnt. Das auch gern genannte „Radeln nach Zahlen“ erfreut sich bei den Gästen und Anbietern gleichermaßen hoher Beliebtheit, weshalb in jüngster Vergangenheit auch im nördlichen Jerichower Land, Havelland, in der Altmark und auch in Brandenburg diese Art der flexiblen Wegweisung geplant und bis heute in Teilen angelegt wurde. Bei der knotenpunktbezogenen Wegweisung handelt es sich um ein spinnennetzähnliches Radwegesystem, das an den Kreuzungspunkten verschiedener Radwege durch sogenannte Knotenpunkte verbunden wird.

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